Was für ein Abend!
Meine Buchvorstellung in der Kapelle St. Josef in Walporzheim fand in deren einzigartiger Atmosphäre statt. Mit einer Andacht, gestaltet von Andrea Wittkopf und gemeinsam mit Karl Knieps durchgeführt, gedachten wir der Opfer der Flutkatastrophe 2021. Ein Grußwort von Inka und Ralph Orth, Eltern der in der Flutnacht verstorbenen Johanna Viktoria, leitete über zu meiner Lesung aus drei Kapiteln. Der Roman „Der Natur schrecklich schön‘ Gewalten“ erzählt zunächst von den Wünschen, Träumen und Hoffnungen vieler schon aus „Natürlich Brot und Wein“ bekannten Figuren. Kapitel 1 beschreibt die Vision des nun zwanzigjährige Philipp Dutsch an der Schwelle zur Realisierung: Nach der Entdeckung einer speziellen Hefe will er eine eigene Sektmanufaktur im Ahrtal aufbauen. In Kapitel 17 wird Karl Weber am 12. Juli 2021 angesichts der Wettervorhersagen von einer quälenden Unruhe erfasst. Ab sofort schaltet er in den Krisenmodus. Und in Kapitel 26 beleuchte ich mittels einer Collage die Diskrepanz zwischen dem schrecklichen Erleben der Menschen an der Ahr und der bizarr anmutenden Hilflosigkeit der verantwortlichen Politiker und Amtsträger. Auf vielfachen Wunsch durfte ich dann noch Kapitel 27 – Schweigeminute – vortragen.
Die Ergriffenheit der Zuhörerinnen und Zuhörer und der anschließende Austausch zeigten mir eindrücklich, wie sehr das Thema Flut immer noch die Menschen im Ahrtal bewegt. Besonders gefreut hat mich die Rückmeldung, dass mein literarische Ansatz eine neue, nie erlebte Intensität des Gedenkens bedeute.

